Jugendgruppe darf die Möllner Begegnungsstätte nicht mehr nutzen

Mölln – Es kracht zwischen der linksgerichteten Jugendgruppe „Antifa Herzogtum Lauenburg“ und dem Möllner Verein „Miteinander leben“. Bislang durfte die Antifa die von „Miteinander leben“ betriebene Begegnungsstätte Lohgerberei in der Möllner Altstadt mit nutzen, doch damit ist jetzt Schluss: Die Jugendgruppe flog raus – weigert sich aber, den Schlüssel abzugeben.

„Wir haben die Nutzung widerrufen“, erklärte Mark Sauer, Vorsitzender von „Miteinander leben“, zu dem Vorgang. Die Antifa-Gruppe habe sich leider im Laufe der Zeit „total gewandelt“. Jene Jugendlichen, denen man einst den Schlüssel für die Begegnungsstätte gab, seien längst nicht mehr dabei. Inzwischen hätten dort Leute das Sagen, die man bei „Miteinander leben“ gar nicht kenne, die den Verein aber heftig kritisiert hätten.

So sei die Arbeit von „Miteinander leben“ im Rahmen einer Demo Ende 2007 grundsätzlich in Frage gestellt worden. Die Antifa-Gruppe steht weiter zu ihrer Kritik und schreibt in einem an die LN geschickten Brief: „Wir finden, dass es nicht ausreicht, einmal im Jahr beim Folkfestival ausländischen Bands zuzuhören, um Weltoffenheit und Fremdenfreundlichkeit zu demonstrieren und das Naziproblem, das Mölln hat, zu ignorieren.“

Solche Vorwürfe seien angesichts der vielen Aktionen von „Miteinander leben“ ohne Zweifel „völlig falsch“, entgegnet Sauer. Der Vorstand seines Vereins habe sich dadurch beleidigt gefühlt und die entsprechende Reaktion gezeigt. Wenn überhaupt, werde man den Antifa-Aktivisten die Begegnungsstätte Lohgerbergang nur für Einzelveranstaltungen zur Verfügung stellen, ihnen aber nicht mehr grundsätzlich die Räume öffnen: „Das Vertrauensverhältnis ist nicht mehr gegeben.“

Im Antifa-Schreiben, das niemand namentlich unterzeichnet hat, findet sich dazu der Satz: „Der Vorstand des Vereins scheint ziemlich wütend zu sein.“ Es sei aber „kindisch“, mit einem Rauswurf zu antworten: „Größere Probleme gab es unserer Meinung nach nicht.“ Ein Gespräch habe bis heute nicht stattgefunden, deshalb habe man auch den Schlüssel behalten. „Das ist jetzt deren Druckmittel“, sagt Sauer dazu.

Von Norbert Dreessen, LN

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