Kreispräsident appelliert an Fairness und Toleranz

Ratzeburg -Vor und nach der Sitzung gab es Protest gegen die NPD, die Beratungen des Kreistages verliefen ohne Zwischenfälle. Der Kreispräsident appellierte an die Abgeordneten, fair miteinander umzugehen.

Der Lauenburgische Kreistag hat seine konstituierende Sitzung problemlos und zügig absolviert. Vor dem Tagungsort, der Lauenburgischen Gelehrtenschule in Ratzeburg, wachte zwar die Polizei und drei Dutzend Demonstranten der Antifa protestierten gegen die NPD, aber auf das Klima im Sitzungssaal hatte das keinen Einfluss. „Ich finde, wir haben heute schon eine gute Form gefunden, um schwierige Wahlen zu bestehen und Entscheidungen zu treffen“, freute sich der wiedergewählte Kreispräsident Meinhard Füllner am Ende der Sitzung.
Füllner nutzte sein Schlusswort am Ende der einstündigen Beratungen, um für eine gedeihliche Zusammenarbeit in den kommenden fünf Jahren zu werben: „Die vergangene Wahlperiode war wirklich sachorientiert, von gegenseitiger Fairness und Anerkennung geprägt. Ich bin ohne Ordnungsmaßnahmen ausgekommen. Und es gab hier im Kreistag auch keine Aggressivität. Das war möglich, weil wir die Spielregeln beachtet haben, die auch Maßstab für unsere künftige Arbeit sein sollen“.
Der Kreispräsident weiter: „Das sage ausdrücklich zu Beginn dieser Wahlperiode, weil wir jetzt ein großes Gremium sind mit 58 Abgeordneten“. Toleranz und Achtung seien gefordert: „Fairness, Verzicht auf persönliche Angriffe und Verletzungen, Verzicht auf Initiativen, die nicht in der Zuständigkeit des Kreises liegen, das Sehen von Verwaltung und Selbstverwaltung als Einheit“. Dazu komme „die Beachtung unser bewährten demokratischen Grundsätze und der Lehren aus unser Geschichte“. Mit Blick auf die neue Wahlperiode nannte der Kreispräsident drei wichtige Themen: „Wir stehen vor großen Herausforderungen: Verwaltungsstrukturreform, die schwierige Finanzsituation und die Überführung der Trägerschaft der Lauenburgischen Gelehrtenschule“.
Das Antifaschistische Aktionsbündnis kündigte an, den „Kampf gegen die NPD und rechte Gewalt“ fortzusetzen: „Wir hoffen, dass sich bei der nächsten Kreistagssitzung und überhaupt mehr gesellschaftliche Gruppen zum Protest berufen fühlen und Engagement zeigen“.

Von Martin Stein

Link: http://www.ln-online.de/lokales/2416959