Archiv für Februar 2009

Das Gedenken, das keines war.

Einige Nazis aus der Region hatten großspurig einen Horst Wessel Gedenkabend angekündigt. Wie schon erwähnt, wurde dieser abgemeldet und die Nazis machten damit einer wesentlich willkommeneren Menschenmenge Platz. Nämlich den Menschen, denen es zuwider ist, Rassisten und Ewiggestrige ertragen zu müssen. Die Hand voll Nazis wollte es sich dann aber doch nicht nehmen lassen ihrem Hirngespinst von „Held“ zu huldigen und hatte sich als Plätzchen ein entlegenes Denkmal ausgesucht. Nur zu gut, dass ein paar aufmerksame Spaziergänger die Hass-Rede bemerkten und die drei Nazis in ihrem Gedenken jäh unterbrochen wurden.
Auf eine auch in Zukunft funktionierende antifaschistische praktische Arbeit!

Nazis melden Veranstaltungen in Mölln (abgesagt!) und Ratzeburg an

Update: Veranstaltung in Mölln abgesagt

Die Nazis fühlten sich dem Protest, der auf sie zusteuerte, scheinbar nicht gewachsen und sagten die Veranstaltung in Mölln ab. Wir finden es sehr begrüßenswert, dass es erst gar nicht so weit gekommen ist und verbuchen dies als krassen Erfolg aller, die an der Gegen-Mobilisierung mitgewirkt haben. DANKE!
Allerdings ist es damit leider nicht ein für allemal ausgestanden, sondern nur aufgeschoben. Wir halten Euch auf dem Laufenden…

Scheinbar angeregt durch das geschichtsverdrehende und einseitige Gedenken der Nazis in Dresden, versuchen sich nun auch die Nazis der Gegend im Heldengedenken.

Ausgesucht haben sie sich dafür Horst Wessel, der zu Lebzeiten SA Sturmführer war und das genau so schlechte wie auch berühmte Horst Wessel-Lied „erfand“. Seine Lebzeiten endeten 1930 als er von einem Kommunisten angeschossen wurde und über einen Monat später im Krankenhaus an einer Blutvergiftung im Zuge des Schusses starb. Erwähnenswert ist zudem, dass er sich weigerte von einem jüdischen Arzt behandelt zu werden, was seiner Genesung sicherlich nicht zuträglich war. Albrecht Höhler, der ihn anschoss, sagte später aus, er habe geschossen als Wessel zu seiner Tasche griff. Bis heute sind die genauen Umstände nicht bekannt. Gesichert ist jedoch, dass Wessel in dem kommunistisch geprägten Stadtviertel Berlins immer wieder mit seinem SA-Trupp durch Störungen kommunistischer Veranstaltungen oder gezielten Aufmärschen provozierte.
Nach seinem Tod wurde er durch Goebbels zum Märtyrer verklärt. Dieser nutzte Wessels Begräbnis zur Inszenierung und schuf einen Helden und gleichzeitig ein Feindbild- die Kommunisten. Später wurden viele Schulen, Straßen und Plätze nach Horst Wessel benannt um die ganze Propaganda-Story unvergesslich zu machen. Albrecht Höhler wurde vom noch nicht nationalsozialistischen Gericht zu mehreren Jahren Zuchthaus verurteilt, wurde aber bei einem Gefangenen-Transport nachweislich von SA-Männern entführt und erschossen. Der Befehl dazu kam „von ganz oben“ und wurde strafrechtlich nicht weiter verfolgt.

Einem schikanösen, brutalen SA-Schläger wollen die Nazis hier nun gedenken und geben damit zu, dass sie Nichts verstanden haben. Auch wo ihre Wurzeln zu suchen und zu finden sind, dürfte nun mehr als klar sein.

Wir als antifaschistische Gruppe rufen dazu auf, den Nazis entgegenzutreten und ihrer aus Nazideutschland mitgebrachten Propaganda gerade in Mölln keinen Raum zu lassen. Denn wir haben ein Ziel: „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung.“
Dass dieser Kampf bis heute andauert ist frustrierend, aber nichtsdestotrotz notwendig.

Die Nazis treffen sich am Montag den 23.2 ab 18.00 Uhr am ZOB in Mölln.
Es gibt eine angemeldete Gegendemonstration. (nicht von uns)

Über Neuigkeiten halten wir Euch auf dem Laufenden.

Naziaufmarsch in Ratzeburg geplant

Am 15. August 2009 haben die Nazis bereits die nächste Veranstaltung angemeldet:
Das Motto lautet „Gegen kriminelle Ausländer und linke Gewalt.“
Es soll um 12 Uhr beginnen und durch die ganze Stadt gehen.

Auf diesen Termin werden wir bald näher eingehen.