Archiv für Januar 2008

Demonstration am 02.02.08

Enough is enough!

In den frühen Morgenstunden des 25. Dezember 2007 attackierten sieben Rechtsradikale eine Gruppe linker junger Erwachsener in Ratzeburg (Schleswig-Holstein). Bei dem Angriff, bei dem die Rechtsradikalen mit Holzlatten zuschlugen, erlitt ein 24-jähriger schwere Verletzungen im Gesicht und wird möglicherweise das Augenlicht auf einer Seite verlieren.
Dieser Vorfall war nicht der erste dieser Art in Ratzeburg und stellt einen besonders krassen Auswuchs rechter Gewalt aufgrund der schweren Verletzungen eines der Opfer dar.
Besonders das Verhalten der Polizei ist als skandalös zu beurteilen, denn nur in Folge öffentlichen Drucks wurden überhaupt Ermittlungen aufgenommen. Der Vorfall wurde als „Schulhofkeilerei“ behandelt- ohne, dass der politische Hintergrund, sowie die Tatsache, dass der Angriff eindeutig von den Nazis ausging, betrachtet wurde. Wir sehen darin eine Verhöhnung der Opfer.
Schon jetzt zeichnet sich ab, dass das Verfahren geprägt sein wird von der Vertuschung dieses Verhaltens und des rechten Hintergrundes.

Genau aus diesem Grund sagen wir: ENOUGH IS ENOUGH!!!

Kommt zahlreich! Kommt wütend! Kommt, um einer weiteren Stadt zu zeigen, dass sie ein Problem hat!
Gegen Nazistrukturen und rechten Konsens in Ratzeburg und überall!

Demonstration am 2. Februar 2008, 11 Uhr Ratzeburg Bahnhof

Treffen für eine gemeinsame Anreise aus Hamburg: 10:00 Uhr Reisezentrum am Hauptbahnhof

Presseerklärung zum rechtsextremen Überfall

In den frühen Morgenstunden des 25. Dezember attackierten sieben
Rechtsradikale eine Gruppe linker Jugendlicher in
Ratzeburg (Schleswig Holstein). Bei dem Angriff, bei dem die
Rechtsradikalen mit Holzlatten zuschlugen, erlitt ein 24-jähriger schwere Verletzungen im Gesicht und wird möglicherweise das
Augenlicht auf einer Seite verlieren. Die Rechtsradikalen hatten die
Jugendlichen zuvor in einer Kneipe am Ratzeburger Markt beschimpft
und mit dem Hitlergruß provoziert. Daraufhin hatten die
Jugendlichen den Ort verlassen und hatten sich zunächst in das
nahegelegene „Café Lille“ geflüchtet. Die Rechtsradikalen folgten
ihnen dorthin, nachdem sie sich bei einer nahegelegenen Baustelle mit
Holzlatten bewaffnet hatten.
Die Polizei traf etwa 20 Minuten nach dem Übergriff beim „Café Lille“
ein und ging von einer Schlägerei unter angetrunkenen Jugendlichen
aus. Die Ratzeburger Polizeidienststelle weigerte sich selbst zwei
Tage später, Anzeigen gegen die an dem Übergriff beteiligten
Rechtsradikalen entgegenzunehmen, obwohl mindestens einer von ihnen
in Ratzeburg einschlägig bekannt ist. Sowohl die Ratzeburger Polizei
als auch der Lübecker Staatsschutz haben bislang keine Ermittlungen
aufgenommen, schließen jedoch einen rechtsradikalen Hintergrund der
Tat aus.

Der Sprecher der Antifa Herzogtum Lauenburg, Henning Brunn, meint
hierzu:
„Der Übergriff auf linke Jugendliche in der Weihnachtsnacht bedeutet
eine neue Qualität der rechtsradikalen Gewalt im Kreis Herzogtum
Lauenburg. 15 Jahre nach den Mord-Anschlägen von Mölln treten
Rechtsradikale in Ratzeburg und Mölln wieder selbstbewusst auf und
machen Jagd auf alles, was in ihren Augen nicht deutsch genug
aussieht. Dabei scheuen sie auch nicht mehr vor lebensbedrohenden
Verletzungen wie dem in der Weihnachtsnacht zurück. Unserem
schwerverletzten Genossen wünschen wir, dass die Ärzte es
schaffen, das Augenlicht zu retten. Es sieht hier aber sehr schlecht
aus.“

Das Verhalten der ermittelnden Polizeibeamten in der Tatnacht und
danach kritisiert Brunn als völlig unzureichend und verharmlosend:

„Ein Skandal ist in diesem Zusammenhang das Verhalten der Polizei,
die bislang keinen Ermittlungsbedarf sieht. Wir überlegen
diesbezüglich, Strafantrag gegen die betreffenden Ratzeburger Beamten
wegen Strafvereitelung im Amt zu stellen. Anscheinend geht man in der
dortigen Dienststelle von einer Schulhofschlägerei unter Bekannten
aus. Aber wenn eine Horde rechtsradikaler Männer in der
Öffentlichkeit den Hitlergruß zeigt, dann ist das in unseren Augen
Volksverhetzung und Landfriedensbruch. Und wenn sie jemanden mit
Holzlatten lebensgefährlich verletzen, dann ist das schwere,
gemeinschaftlich begangene Körperverletzung. Solche Menschen gehören
ins Gefängnis.“

Für Rückfragen steht Ihnen gern unser Pressesprecher Henning Brunn
unter folgender Adresse erreichbar: henningbrunn@web.de